{"id":184,"date":"2022-04-25T20:50:00","date_gmt":"2022-04-25T18:50:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cgmbw.de\/?p=184"},"modified":"2022-12-11T21:25:12","modified_gmt":"2022-12-11T20:25:12","slug":"maiaufruf-2022-des-christlichen-gewerkschaftsbund-deutschlands","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cgm-bw.de\/?p=184","title":{"rendered":"Maiaufruf 2022 des Christlichen Gewerkschaftsbund Deutschlands"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"707\" src=\"https:\/\/cgmbw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image-14.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-185\" srcset=\"https:\/\/cgm-bw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image-14.png 1000w, https:\/\/cgm-bw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image-14-300x212.png 300w, https:\/\/cgm-bw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image-14-768x543.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zu Beginn der Pandemie vor mehr als zwei Jahren mehrten sich die Stimmen, die der \u00dcberzeugung waren, Covid 19 sei die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg. Dies ist weit gefehlt. Im Angesicht des Angriffskriegs auf europ\u00e4ischem Boden klingen diese Aussagen wie der blanke Hohn. Das Jahr 2022 bringt noch fundamentalere \u00c4nderungen als wir uns das seit dem Beginn der Corona-Pandemie \u00fcberhaupt vorstellen konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00fcber lange Zeit gef\u00fchrte Diskussion um Masken und Impfungen oder andere Corona Ma\u00dfnahmen verblasst vor dem Hintergrund der Raketenangriffe auf Zivilisten und der steigenden Anzahl von Toten und Verwundeten. Zu sehr hat man sich, vor allem hier in Deutschland, auf einer drastischen Fehleinsch\u00e4tzung der Anspr\u00fcche und Befindlichkeiten Russlands ausgeruht. Zu sehr glaubte man, die Globalisierung und das wirtschaftliche Einbinden aller Staaten k\u00f6nne Kriege wenigstens in Europa verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass dem nicht so ist, wissen wir sp\u00e4testens seit dem 24. Februar diesen Jahres, dem Tag, als der Krieg nach Europa zur\u00fcckkehrte. Schon Churchill warnte eindringlich, man d\u00fcrfe Abr\u00fcstung nicht mit Frieden verwechseln. Ein Fehler, der viel zu lange begangen wurde, obwohl sp\u00e4testens mit der Besetzung der Krim Halbinsel, die Intention Russlands klar geworden sein d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt gilt es, sich mit allen gesellschaftlichen Kr\u00e4ften der ver\u00e4nderten Sicherheitslage in Europa zu stellen. Ziel muss es sein, den Frieden, die Freiheit und unsere sozialen Errungenschaften zu sichern und zu verteidigen. Zu den sozialen Errungenschaften geh\u00f6ren vor allem die \u00fcber Jahrzehnte erk\u00e4mpften Arbeitnehmerrechte. Wir stehen als christliche Gewerkschaften in diesen schweren Zeiten zusammen f\u00fcr die Arbeitnehmerrechte ein und werden es nicht zulassen, dass diese Rechte ausgehebelt werden. Frieden, Freiheit und soziale Sicherheit geh\u00f6ren immer zusammen. Wir m\u00fcssen sie immer wieder aufs Neue gegen Einschr\u00e4nkungen \u2013 egal aus welcher Richtung und egal aus welchen Gr\u00fcnden \u2013 verteidigen. Der Preis der Freiheit ist ewige Wachsamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung in der Ukraine zeigt auch die Grenzen der Globalisierung auf. Die sich schon in der Pandemiezeit abzeichnenden Schwierigkeiten mit Lieferketten und Abh\u00e4ngigkeiten von eingekaufter Energie, spitzen sich jetzt drastisch zu. Die Entwicklung muss zur Konsequenz haben, dass Produktion, Rohstoffgewinnung und Energiegewinnung wieder verst\u00e4rkt im Inland erfolgen m\u00fcssen. Ein Prozess, der von uns gewerkschaftlich begleitet werden muss, da die Arbeitsbedingungen nicht zur\u00fcckstehen d\u00fcrfen. Wir werden als Christliche Gewerkschaften daf\u00fcr k\u00e4mpfen, dass diese erzwungene Umstrukturierung nicht auf dem R\u00fccken der Arbeitnehmer vollzogen wird!<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfes Lob und Dankesch\u00f6n geb\u00fchrt allen Kolleginnen und Kollegen, die solidarisch alles daf\u00fcr tun, dass die Versorgung, das Gesundheitswesen und all die vielen anderen notwendigen Dinge trotzdem weiter funktionieren!<br>Auch d\u00fcrfen die wichtigen gesellschaftspolitischen und arbeitsmarktpolitischen Probleme in unserem Land nicht unbeachtet bleiben. Nach wie vor werden im Gesundheitswesen und in den anderen sozialen Bereichen keine Lehren aus den Erkenntnissen der Pandemie gezogen. Es ist immer noch viel zu wenig passiert, um Berufe in diesem Segment attraktiver zu gestalten. Die holprigen Versuche, allein mit ein paar Prozent mehr Entlohnung die Berufsbilder gerade f\u00fcr junge Menschen interessanter zu machen, haben bisher kaum gefruchtet. Das ist zu wenig. Gerade hier muss viel mehr f\u00fcr die work life balance getan werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die \u00f6ffentliche Daseinsvorsorge steht nach wie vor auf dem Pr\u00fcfstand. Wieder zeigt eine Krise und der Zustrom von Kriegsfl\u00fcchtlingen, wie fragil unsere \u00f6ffentliche Daseinsvorsorge tats\u00e4chlich ist. Von den vollmundigen Versprechungen nach 2015, den \u00f6ffentlichen Dienst finanziell und personell besser auszustatten, ist nicht viel geblieben. Ziel muss es sein, die nachhaltige Sicherung der Versorgung der Bev\u00f6lkerung zu jeder Zeit \u2013 und nicht nur in Krisenzeiten \u2013 mit den elementaren Grundbed\u00fcrfnissen wie Wasser, Energie, Gesundheitsversorgung, Nahrungsmittel und menschenw\u00fcrdigen Wohn- und Lebensraum sicher zu stellen. Wenn n\u00f6tig, sind privatisierte Aufgaben der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge zur\u00fcck in die \u00f6ffentliche Hand zu f\u00fchren. Private Tr\u00e4ger, die Aufgaben der \u00f6ffentlichen Daseinsvorsorge verrichten, m\u00fcssen einer strikten Gemeinwohlbindung unterliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der aktuellen Entwicklung ist es f\u00fcr uns als christliche Gewerkschaften nicht nur tarifpolitisches Ziel, durch fundierte Tarifarbeit den Besch\u00e4ftigten ein angemessenes Einkommen zu verschaffen, sondern auch arbeitsmarktpolitisches Ziel, daf\u00fcr zu sorgen, dass Arbeitspl\u00e4tze nicht nur erhalten werden, sondern auch neue geschaffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind als christliche Gewerkschaften f\u00fcr die kommenden Aufgaben gut aufgestellt. Unsere St\u00e4rke war und ist unsere Einigkeit und unsere gemeinsamen Wertvorstellungen in der christlichen Soziallehre!<br>Lasst uns gemeinsam die neuen Herausforderungen annehmen und bew\u00e4ltigen!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"978\" height=\"703\" src=\"https:\/\/cgmbw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image-15.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-186\" srcset=\"https:\/\/cgm-bw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image-15.png 978w, https:\/\/cgm-bw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image-15-300x216.png 300w, https:\/\/cgm-bw.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/image-15-768x552.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 978px) 100vw, 978px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Beginn der Pandemie vor mehr als zwei Jahren mehrten sich die Stimmen, die der \u00dcberzeugung waren, Covid 19 sei die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg. 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